Zur Aktion:
„Gemeinsam mit einigen Kollegen aus dem wissenschaftlichen Bereich, darunter Dietmar Kamper, Beat Wyss und Friedrich Kittler, bearbeitete ich 1991 in dem action teaching „Wir geben das Leben dem Kosmos zurück“ das Vorstellungsfeld einer Theorie der irdischen Lebensentstehung. In einer Wuppertaler Kiesgrube, in der auch der Neandertaler gefunden wurde, trafen zahllose Studenten ein, und gemeinsam schleuderten wir das Leben zurück ins All. Auf dem Film zu der Aktion sieht man deutlich das Streben der Künstler dokumentiert, sich erinnerbar werden zu lassen mit ihrem Werk. Die beschleunigten Prozesse sind zu sehen, wie auch berühmte Denkbewegungen versinnbildlicht sind. Denn mit dem Wurf des mit Lebensspuren imprägnierten Stein, ist nicht nur ein Bezug zur so genannten Lebensspurtheorie hergestellt, nach der aus dem Weltraum kleine Meteoriten bei uns einschlugen, die imprägniert waren mit Lebensspuren, sondern zugleich bezieht man sich auf Adorno, der bereits über die Fallkurve eines geworfenen Steines Denkbewegungen auslöste.“
Aus: Bazon Brock: Action teaching und Performance. In: Petra Maria Meyer (Hg.), Performance im medialen Wandel (Fink 2006), S. 345 ff.